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Preis: 39,80 € (reduziert!)
Nach jahrelanger Vorarbeit und akribischen Recherchen erschien am 20. Mai 2010 die umfangreiche Chronik des Flensburger Schachklubs von 1876. Eine historische Studie und zugleich ein abwechslungsreiches Lesebuch mit reichem, tw. seltenem Bild- und Partienmaterial. - Geleitwort von Dr. Helmut Pfleger.
Jürgen Nickel Der Flensburger Schachklub von 1876 im Spiegel der Zeit Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Stadt Flensburg
Titelinfo
Jürgen Nickel Der Flensburger Schachklub von 1876 im Spiegel der Zeit Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Stadt Flensburg
Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte - Band 72
Geleitwort von Dr. Helmut Pfleger
Edition Marco / Verlag Arno Nickel Gebunden, 24 x 17 cm, 560 Seiten, ca. 1.000 Abbildungen neben zahlr. Diagrammen Erschienen am 20.05.2010
ISBN 978-3-924833-60-2
Preis: 39,80 € (reduziert, vormals 49,80 €)
Ansicht vorne

Inhalt
14 Geleitwort von Dr. Helmut Pfleger 15 Vorwort
17 Der Flensburger Schachklub zur Kaiserzeit 57 Mit viel Schwung durch die Zeit der Weimarer Republik 107 Das Flensburger Schach während des Nationalsozialismus 153 Der Flensburger Schachklub nach Kriegsende – Neubeginn und 50er Jahre 271 Aufbruch und Wandel – das Flensburger Schach in den 60er Jahren 329 Schachboom in den 70er Jahren 387 Nachhaltige Erfolge in der Jugendarbeit - die 80er Jahre 449 Annäherung von Ost und West – der FSK in den 90er Jahren 471 Der Flensburger Schachklub im Internetzeitalter 542 Dokumentarischer Anhang (u.a. Übersichten zu den Simultanvorstellungen auswärtiger Meister und speziell zu Laskers Reisetätigkeit im Jahre 1925)
Pressestimmen
"...Dieser 'Beitrag zur Kulturgeschichte der Stadt Flensburg' ist eine wertvolle Bereicherung der stadtkundlich orientierten Geschichte des Schachspiels im hohen Norden Deutschlands, eine sorgfältige umfassende Darstellung von Motivationen zum Schachspielen im städtischen Bereich, eine gelebte Schachvereins-Geschichte, aber auch über den städtischen Rahmen hinausgehend, das Ergebnis vieler Fleißigen und Kundigen... Die kaum einfache Text- und Bildgestaltung, bei der viele Materialien zu einer Einheit in zwei Deckeln zusammenzufassen waren, ist vorzüglich gelungen..."
Egbert Meissenburg in einer ausführlichen Besprechung, Rochade Europa 7/2010, S. 68)
"...Das Buch war in den letzten Wochen meine ständige Lektüre in U- und S-Bahn und geschichtsinteressierte Schachfreunde sollten es sich nicht entgehen lassen. Bis zum 30. Juni 2010 beträgt der (Subskriptions-)Preis nur 39,80 Euro. Danach ist es ein Zehner mehr. Aber auch das ist fast noch geschenkt für diese Fülle an Informationen! .... Nahezu wohl jede Flensburger Schachpersönlichkeit bekommt Nickels Aufmerksamkeit. Die Biographien fallen teilweise so ausführlich aus, dass man beim Lesen meint, diese Leute schon ewig zu kennen. Taucht ein Name in späteren Zeiten wieder auf, erinnert man sich an die Person wie an einen Freund... ...Dass ein Buch über einen vergleichsweise kleinen Schachklub wie Flensburg mich derart beeindrucken würde, hätte ich nie gedacht. Ohne Vorwissen behaftet, erwartete ich eine Broschüre mit bestenfalls hundert Seiten. Was ich erhielt, war ein richtig schweres Paket mit einem 560 Seiten dicken Buch..." (Frank Hoppe in einer ausführlichen Rezension auf der Website des Deutschen Schachbundes am 22.6.2010 )
"...Dieses Buch kann am besten als eine Chronik im eigentlichen Sinne charakterisiert werden, nämlich als ein zusammenfassender Bericht über das, was Jahr für Jahr in einer Stadt bzw. in einem Land historisch, vor allem schachhistorisch, geschieht. Hier werden für jedes Jahr die wichtigsten Ereignisse im Flensburger Schachklub berichtet. Für uns Dänen ist dabei von besonderem Interesse, dass Flensburg eine bedeutende dänische Minderheit besitzt und dänische Schachspieler nicht selten Gäste bei Turnieren in der Grenzstadt waren. Bei der Auflistung von Meisterschaften und der Interpretation von Turnieren liest man auch soziologische Überlegungen, wobei der Autor sich nicht scheut, auch über Kontroversen im Schachklub zu berichten. Das Buch ist mit vielen Fotos, Partien und kleinen Biographien von Klubmitgliedern und Gästen geschmückt. Seltsamerweise ist es nicht sicher, dass der Verein im Jahre 1876 gegründet wurde. Die ersten Berichte über den Klub gehen auf das Jahr 1878 zurück, aber im Jahre 1901 feierte man das 25jährige Jubiläum, und damit wurde das Jahr 1876 offiziell. Beim Durchblättern der Seiten erkennt man die Veränderungen hin zu einer europäischen Gesellschaft. Das Deutsche Kaiserreich fiel und wurde von der Weimarer Republik und diese vom Dritten Reich abgelöst, aus dessen Asche die Bundesrepublik Deutschland entstand, aber der Schachklub existierte. Ältere, manchmal etwas unscharfe Bilder von guten Bürgern in feinem Tuch werden allmählich von schärferen Fotos mit jungen Spielern in unkonventioneller Kleidung verdrängt. Dann werden die Haare länger, die Kleidung wird noch entspannter, der Tabak verschwindet, und Frauen tauchen auf. Der Autor verschweigt nicht die dunklen Seiten in der Geschichte Deutschlands und in der Geschichte des Vereins. Mit der Machtübernahme der Nazis im Jahre 1933 wurden die Juden aus den deutschen Schachklubs verdrängt, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass es Debatten im Flensburger Schachklub darüber gegeben hätte oder man jüdischen Mitgliedern hätte helfen wollen. Viele Geschichten sind herzzerreißend, die sich um den Krieg und die 12jährige Nazi-Herrschaft drehen. Norddeutschland wurde weniger als das übrige Deutschland von Krieg und Verwüstung getroffen; dennoch ist man überrascht, wie schnell sich in Flensburg das Leben in den Schachklubs erholte. Im Januar 1945 wurde der Dansk Skakklub Flensborg auf Initiative von Børge Borgå, Lehrer am dänischen Gymnasium Duborgskolen, gegründet und ebenfalls auf seine Initiative im Oktober 1947 das erste internationale Schachturnier in Flensburg durchgeführt. Dänemarks Champion Jens Enevoldsen führte bis zum Finale, wo er von dem alten Weltmeisterkandidaten Efim Bogoljubow besiegt wurde, der nach einer Zwangspause begonnen hatte, erneut ein Turnier zu spielen. Bogoljubow hatte im besetzten Polen eine Serie von Partien gespielt, die Hitlers Generalgouverneur Dr. Hans Frank arrangiert hatte, derselbe Frank, der später in Nürnberg als Kriegsverbrecher gehängt wurde. Der Autor formuliert vorsichtig: „Ob Bogoljubow wusste, dass zur selben Zeit ganz in der Nähe Juden ermordet wurden, ist nicht sicher.“ Einige Jahre später wurde Børge Borgå ein Opfer der großen Politik. Am 14. Januar 1954 schrieb er einen Leserbrief in der Kopenhagener Zeitung Information, wo er gegen den Beschluss der dänischen Regierung, vier deutsche Kriegsverbrecher zu begnadigen, protestierte; denn unter ihnen war auch der Mörder des dänischen Widerstandskämpfers Kaj Munk. Ein Widerstandskämpfer wie Børge Borgå sah schon damals mit Schrecken die deutsche Wiederaufrüstung und kam durch seine Reaktion zwischen die Mühlräder der hohen Politik. Die Deutschen wollten ihn loswerden, und legten großen Druck auf die führenden Vertreter der dänischen Minderheit. Am Ende musste Børge Borgå Flensburg und damit auch seine Lehrerstelle „freiwillig“ verlassen. Es war in jeder Hinsicht eine miserable Geschichte, wie hier an einem kleinen Beispiel die Folgen des kalten Krieges deutlich wurden, Deutschlands Wiederaufrüstung und der Eintritt in das westliche Bündnis. Überall in der Bundesrepublik Deutschland saßen Leute mit Blut an den Händen, unter ihnen KZWächter, SS-Ärzte und Massenmörder. Es gab sie aber auch in der Politik, in der Staatsadministration, in der Armee, in der Wirtschaft und an den Hochschulen. Doch von Deutschlands Vergangenheit wollte jetzt niemand mehr etwas hören, jetzt, da Deutschland sich wieder bewaffnete und man wieder zur High Society gehörte. Deshalb wurde ein dänischer Schullehrer geopfert – und die Minderheit gab mehr oder weniger widerwillig ihre Zustimmung. Es ist typisch für den Autor, für seinen Sinn für Gerechtigkeit, dass er nicht bereit ist, alles unter den Teppich zu fegen. Viele Dänen besuchten den deutschen Schachklub. Bent Larsen spielte zweimal simultan, und 1977 spielte der 12-jährige Curt Hansen in Flensburgs Blitzmeisterschaft, allerdings mit einem für ihn enttäuschenden Ergebnis. Das änderte sich aber bald, wie wir wissen. Später spielten Carsten Høi und Ole Jakobsen in der ersten Mannschaft des Flensburger Schachklubs v. 1876, wobei sie beide 6 aus 6 erreichten. So können Sie durch dieses Buch blättern und viele interessante Geschichten lesen. Mit seinem gründlichen und genauen Stil bildet dieses Buch einen angenehmen Kontrast zu den vielen seichten Büchern, die von Zeit zu Zeit in Dänemark erscheinen.
(Dan H. Andersen, em. Prof. für Geschichte a. d. Universität Kopenhagen, in Skakbladet 2/2011, offizielles Mitteilungsblatt der Dansk Skak Union.) |